Der Vogel des Jahres 2018

Star

Vogel des Jahres 2018

Für das Jahr 2018 fällt unsere Wahl zum Vogel des Jahres auf den Star als Botschafter des schleichenden Rückgangs der Alltagsvögel. Obwohl er mit 3 bis 4,5 Millionen Paaren in Deutschland immer noch relativ häufig vertreten ist, wurde er 2015 auf der Roten Liste von "ungefährdet" auf "gefährdet" hochgestuft und hat die sogenannte Vorwarnliste prompt übersprungen. Der Sturnus vulgaris ernährt sich je nach Saison von kleineren Insekten, Würmern, Beeren und Früchten, aber auch Samen. Gefährdet wird der Bestand hauptsächlich durch die Zunahme der industriellen Landwirtschaft und den damit einhergehenden Verlust von Weidehaltung. Die Insekten, die von Weidetieren angezogen werden, machen einen wesentlichen Bestandteil der Ernährung des Stars aus. Aber auch die Nistgelegenheiten werden seltener, wenn Hohlbäume gefällt und Gebäude modernisiert werden. 

Das Aussehen des Stars zeichnet sich vor allem durch sein glänzendes Gefieder aus, das zur Balzzeit schwarz-bläulich schimmert. Im Schlichtkleid ist der Brustbereich mit hellen Tupfen übersät. Sein Schnabel ist grundsätzlich dunkel, während der Balz aber auffallend hellgelb, wobei das Weibchen über eine rötliche Schnabelbasis verfügt. Mit einer Körpergröße von circa 20 Zentimetern ist er etwas kleiner als eine Amsel, die auch einen wesentlich längeren Schwanz besitzt.

Bekannt ist der Star hauptsächlich für seine Imitationskünste, die dazu dienen, dem Weibchen zu imponieren. Dabei kann er nicht nur verschiedenste Vogelsimmen nachahmen, sondern auch Alltagsgeräusche wie Hundebellen, Handyklingeln oder Sirenen. Je vielfältiger der Gesang, desto beeindruckter ist das Weibchen. Eine weitere Attraktion sind die großen Starenschwärme im Herbst, wenn die geselligen Vögel zu Tausenden einen gemeinsamen Schlafplatz aufsuchen oder Anfang Winter Richtung Süden ziehen.

Rainer Wald

 

 Rainer Wald

Seit Oktober 2005 befindet sich der sogenannte Rainer Wald in den Händen des LBV.

Für erste Eindrücke siehe auch die Impressionen der vier Jahreszeiten aus dem Rainer Wald: Herbst, Winter und Frühjahr/Sommer.

Das Grundstücks-Highlight des Jahres war ohne Zweifel der Erwerb von 85 ha des Rainer Waldes, der insgesamt 260 ha umfasst. Gutes Wirtschaften und die aufopfernde, ehrenamtliche Zusammen- und Mitarbeit der gesamten Kreisgruppe in den letzten 23 Jahren unter dem ehemaligen Vorsitzenden Adolf Bergmeier ermöglichte es unserer Kreisgruppe, den Löwenanteil der finanziellen Mittel des LBV beim Kauf des Rainer Waldes aufzubringen.

Besonders die LBV-Kreisgruppe Landshut, aber auch die übrigen niederbayerischen LBV-Kreisgruppen steuerten angemessene Mittel bei. Ohne die immense Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds wäre der Kauf dieses artenreichen Großwaldes für den LBV sicher unerschwinglich gewesen!

Der neue LBV-Wald ist ein Au- und Bruchwaldkomplex mit eingestreuten Wirtschaftswaldenklaven nördlich der Ortschaften Rain und Schönach mit einer Gesamtgröße von ca. 85 Hektar. Davon sind ca. 55 Hektar als natürlich bis naturnah anzusprechen, 30 Hektar sind forstwirtschaftlich mehr oder weniger stark überprägt. Beim Rainer Wald handelt es sich um einen Waldkomplex von außergewöhnlich hoher naturschutzfachlicher Bedeutung. Allein die Existenz von derzeit ca. 83 nachgewiesenen Tier- und Pflanzenarten der Roten Liste belegen seine landesweite Wertigkeit für den Naturschutz.

Siehe auch unsere Aktivitäten im Rainer Wald.

Speziell für die 85 ha Ankaufsfläche liegen Bruthin- bzw. nachweise für folgende Vogelarten der Roten Liste vor:

Die mit Stern* und fett gekennzeichneten Vogelarten sind Anhang I - Arten der EU Vogelschutzrichtlinie. Für deren Schutz wurde der Rainer Wald als EU-Vogelschutzgebiet gemeldet:

 

*Halsbandschnäpper (RL By 2)

Dohle (RL By 3)

Gartenrotschwanz (RL By 3)

*Grauspecht (RL By 4R)

Grünspecht (RL By 4R)

Habicht (RL By 4R)

Hohltaube (RL By 3)

Kleinspecht (RL By 4R)

*Mittelspecht (RL By 2)

Nachtigall (RL By 4R)

*Neuntöter (RL By 3)

Schlagschwirl (RL By 3)

Sperber (RL By 3)

Turteltaube (RL By 3)

Waldschnepfe (RL By 3)

*Wespenbussard (RL By 2)

Dem Arten- und Biotopschutzprogramm-Band des Landkreises Straubing-Bogen zufolge gehört der Rainer Wald zu den naturschutzfachlich hochwertigsten Gebieten im Landkreis, da es sich um den größten naturnahen Au- und Bruchwaldbestand des Donautales im Landkreis handelt. Mit einer zusammenhängenden Fläche von16 ha liegt die größte von der Biotopkartierung erfaßte Bruchwaldfläche des Landkreises SR-Bogen im Rainer Wald.

Schutzwürdige Auwaldbestände und mesophile Laubwälder sind im Rainer Wald zudem noch in einer Größenordnung von ca. 150 ha vertreten. Die Existenz dieser Waldgesellschaften war die fachliche Grundlage, den Rainer Wald auch als FFH-Gebiet zu melden. Sehr naturnahe Ausprägungen dieser Lebensraumtypen stocken insbesondere auf der ca. 85 ha großen Ankaufsfläche. Im ABSP hervorgehoben wird darüber hinaus die besondere Bedeutung des Rainer Waldes für den Artenschutz, insbesondere für den Schutz seltener und gefährdeter Tierarten. Stellvertretend für die etwa 400 bislang festgestellten Tierarten sei auf die Vorkommen folgender wertbestimmender Artvertreter verwiesen:

Biber

Zwergmaus

Abendsegler

Nymphalis antiopa (Trauermantel)

Vertigo antivertigo (Sumpf-Windelschnecke)

Perforatella bidentata (Zweizähnige Laubschnecke)

Ophiogomphus cecillia (Grüne Keiljungfer)

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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